Weine

Wir sind ein Steillagenweingut, unsere Leidenschaft gilt der Bewirtschaftung von Steil- und Steilstlagen. Die Einzigartigkeiten der verschiedenen Lagen, die jahrhundertealte Geschichten erzählen können, ist unser Ziel – Weine in Handarbeit und mit Liebe herzustellen, die diese Lagen widerspiegeln, ist unser Ansporn. Hier entfalten wir unser handwerkliches Können und erzeugen charaktervolle Moselweine in einem ökologisch und sozial höchst verantwortungsvollen Umfeld.

Sie finden unsere Lagen an der Mittelmosel von Longuich über Pölich und Klüsserath bis nach Trittenheim und an der Untermosel in Winningen. Den grössten Anteil an unserer Fläche hat die herausragende Rebsorte Riesling, der, vom Schieferboden und vom Klima der guten Weinberge geprägt, an Finesse, Feingliedrigkeit und Mineralität kaum zu überbieten ist. Sie finden neben dem Riesling aber auch Weissburgunder, Spätburgunder, Sauvignon Blanc und bald noch andere Rebsorten in unserem Portfolio.

Die Lagen

Der Longuicher Maximiner Herrenberg ist die westlichste unserer Lagen, sozusagen der Startpunkt. Dieser Weinberg wurde Anfang des 19. Jahrhunderts während der Säkularisation unter Napoleon im Département Moselle ersteigert und ist seitdem im Besitz einer Longuicher Familie, 1904 neu gepflanzt mit wurzelechten Reben. Diese Parzelle, die wir hier bewirtschaften dürfen, ist einer der wenigen wurzelechten, nichtgepfropften Rebanlagen Deutschlands, die die Reblaus überlebt haben. Jedes Jahr bringt dieser Weinberg hocharomatische Trauben von alten, filigranen Stöcken hervor. Leichter Schieferboden und eine Mulde im Berg bringen ganz besondere Aromatik hervor.

Der Mehringer Zellerberg  wurde vor rund acht Jahren neu gepflanzt mit besonders sorgfältig ausgesuchten, speziell gezüchteten Reben. Der Weinberg ist von der Mosel nur durch die Strasse getrennt und zeigt direkt nach Süden, verwitterter Schiefer mit einem höheren Humusanteil prägt hier den Boden.

Der Pölicher Held ist liegt auf der anderen Moselseite, durch die starken Kurven der Mosel aber ebenfalls nach Süden ausgerichtet. „Held“ kommt von „Halde“, in diesem Berg ist früher Schiefer abgebaut worden. Entsprechend steinig und rutschig ist hier der Boden – in den außerordentlich steilen Weinbergen des Pölicher Helds findet man sehr große Schiefersteine, die als lose Schicht zwischen den Reben liegt – das Bewirtschaften unserer Weinberge hier ist sehr anspruchsvoll.

Die Klüsserather Bruderschaft ist unsere Heimat – in diesem großen Bogen, den die Mosel formt, liegen die Parzellen nach Süden ausgerichtet, grauer Devonschiefer prägt das Bild der Böden, die Trauben, die in den verschiedenen Parzellen entstehen, bringen sehr mineralische Weine hervor. Einzelne Parzellen bringen große Weine wie unser „Herzstück“, unsere „Alten Reben“ (von 1920 gepflanzten Reben), oder unseren Sauvignon Blanc hervor. Im Nebenkegel der Bruderschaft liegt der Königsberg, der bringt unseren „Wolkentanz“ und unseren „Vierpass“.

Die Köwericher Laurentiuslay knüpft direkt an die Bruderschaft an, wendet aber nach Westen. Das Mikroklima hier ist völlig anders, im Spätsommer haben wir morgens lange Schatten, abends lange Sonne – und im Gegensatz zur Bruderschaft grenzt die Laurentiuslay direkt an die Mosel. Unsere Laurentiuslay bringt einen sehr würzigen, leichteren und etwas verspielteren Riesling als die Bruderschaft.

Die Mosel-Lage Winninger Hamm ist insgesamt etwa 13 Hektar groß und grenzt direkt an den Uhlen. Aufgeteilt in viele kleinen Terrassen, die sich imposant übereinander auftürmen mit einer Steigung von zum Teil über 100%. Die Ausrichtung des Weinberges ist gen Süd, Südwest und die Rieslingstöcke wachsen auf tonhaltigem Blauschiefer. Diese einzigartige Bodenformation liegt sehr fein und sehr gesplittert, so dass der Untergrund im Winninger Hamm besonders locker ist. Dort können die Reben tief wurzeln und die kleinen Beeren erhalten dadurch ihre intensive Aromatik. Die perfekte Grundlage für elegante und mineralische Weine.

Der Boden des Winninger Brückstücks ist skelettreich und wird durch die Gesteine Tonschiefer, Sandstein und Bims geprägt. Die für den Bau der Koblenzer Balduinbrücke im 14ten Jahrhundert benötigten Steine wurden hier gebrochen. Ein Umstand, der namensgebend für die flächenmäßig kleinste Lage Winningens wurde. Unsere Reben wachsen hier mit süd-/südöstlicher Ausrichtung in einer richtigen Mulde, wie eigens für unsere Stöcke entworfen.

Im Domgarten, gleich hinter dem Weindorf Winningen, und eingebettet zwischen Hamm und Brückstück, zieht sich der Domgarten hin – in dieser Südlage werden unsere Winninger Rieslingen entstehen.

Die Trittenheimer Apotheke gehört zu den großen Lagen der Mosel, wir freuen uns, dass wir diesen Weinberg, der über 100 Jahre alt ist, seit 2018 bewirtschaften dürfen. Die Apotheke wendet nach Westen und bringt Weine mit unglaublicher Spannung hervor – hier wird sehr spät gelesen, die Trauben haben Zeit zu reifen, das Säure-Süße-Spiel ist eindrucksvoll. Sehr steil geht’s hier zu. Da der Weinberg keine Zuwegung von oben hat, muss jede Terrasse in diesem Weinberg einzeln erklommen werden.

Die Nachhaltigkeit – FAIR’N GREEN

FAIR’N GREEN ist das Siegel für nachhaltigen Weinbau. Es hilft Winzern dabei, Nachhaltigkeitsziele (z.B. Reduktion der CO2-Emissionen, höhere Biodiversität, Gesellschaftliches Engagement) objektiv mess- und überprüfbar zu machen und integrativ zu erreichen. Konsumenten erkennen die nachhaltigen Weine anhand des Siegels auf der Flasche und können sich für nachhaltige Produkte entscheiden.

Der FAIR’N GREEN-Standard für nachhaltigen Weinbau schreibt vor, dass jedes Weingut Prozesse etabliert, um seine gesamte Betriebsführung, die Arbeit im Weinberg, die Kellerwirtschaft und die Vermarktung im Rahmen einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbetrachtung stetig zu verbessern. Um dies zu vereinfachen, werden alle Betriebe kontinuierlich beraten und für jedes Weingut wird im Rahmen der Zertifizierung ein individueller Entwicklungsplan erstellt. Darüber hinaus werden weitere Analysen (z.B. Ökobilanz, CO2-Fussabdruck) durchgeführt. Als Mindestanforderungen müssen die Betriebe zur Aufnahme 50% der Punkte erreichen, um das Siegel führen zu dürfen und sich anschließend jährlich verbindlich um drei Prozent verbessern. Unabhängige Institute stellen die Korrektheit der Zertifizierung nach wissenschaftlichen Ansprüchen sicher. Für die Zertifizierung setzen wir auf eine Kombination von Beratung, Prüfung und Zertifizierung. Beratung und Zertifizierung sind in unabhängige Organisationen getrennt.

FAIR’N GREEN bedeutet:

  • Umweltschutz und naturnaher Weinbau
  • Förderung der Biodiversität
  • Schutz der natürlichen Ressourcen
  • Faire Löhne und soziales Engagement
  • Gesellschaftliche Verantwortung
  • Erhaltung und Förderung der Kulturlandschaft