Das Geschaf­fe­ne bewah­ren und den Blick in die Zukunft rich­ten.

Im Jahr 2018 wur­de aus Wein­gut Kirs­ten das Schloss­gut Lie­bieg. Vom Stand­ort Klüs­se­rath aus bewirt­schaf­ten wir auf 180 Kilo­me­tern ent­lang der Mosel 27 Hekt­ar Wein­ber­ge in Steil- und Steilst­la­gen. Unse­re Visio­nen und Wer­te zei­gen in eine Rich­tung: ein her­aus­ra­gen­des Mosel-Wein­gut mit Spit­zen­qua­li­tä­ten auf­zu­bau­en, bei dem die Erhal­tung der ein­zig­ar­ti­gen Kul­tur­land­schaft Mosel sowie die nach­hal­ti­ge Bewirt­schaf­tung unse­rer Win­ger­ten eine zen­tra­le Rol­le spie­len. Die­se Bewirt­schaf­tung for­dert gera­de an der Mosel neben einem mas­si­ven hand­werk­li­chen Ein­satz vor allem Lei­den­schaft und per­sön­li­ches Enga­ge­ment, um außer­ge­wöhn­li­che, eigen­stän­di­ge Wei­ne zu pro­du­zie­ren. In Schloss Lie­bieg in Kobern-Gon­dorf an der Ter­ras­sen­mo­sel ent­steht zeit­gleich ein reiz­vol­les Gesamt­en­sem­ble aus Hotel, Restau­rant, Vino­thek und moder­ner Kel­le­rei.

Nach­hal­ti­ge Bewirt­schaf­tung der Wein­ber­ge und scho­nen­der Umgang mit der Natur.

 

Mit der Mit­glied­schaft bei FAIR’N GREEN unter­strei­chen wir bei Schloss­gut Lie­bieg unse­re nach­hal­ti­ge Arbeits­wei­se im Wein­bau. Es liegt uns beson­ders am Her­zen, Mosel-Wei­ne mit Cha­rak­ter in einem öko­lo­gisch und sozi­al höchst ver­ant­wor­tungs­vol­len Kon­text zu erzeu­gen. Unser Ziel ist die kon­se­quen­te Wei­ter­ent­wick­lung des Nach­hal­tig­keits­den­kens.

Erha­be­nes Poten­zi­al ent­lang der Mosel.

Wir sind ein Steil­la­gen­wein­gut, unse­re Lei­den­schaft gilt der Bewirt­schaf­tung von Steil- und Steilst­la­gen. Die Ein­zig­ar­tig­keit der ver­schie­de­nen Lagen, die jahr­hun­der­te­al­te Geschich­ten erzäh­len kön­nen, fas­zi­nert uns. Unser Ziel – Wei­ne in Hand­ar­beit und mit Lie­be her­zu­stel­len, die die­se Lagen wider­spie­geln. Sie fin­den unse­re Lagen an der Mit­tel­mo­sel von Lon­guich über Pölich und Klüs­se­rath bis nach Trit­ten­heim und an der Unter­mo­sel in Win­nin­gen. Den gröss­ten Anteil an unse­rer Flä­che hat die her­aus­ra­gen­de Reb­sor­te Ries­ling, der, vom Schie­fer­bo­den und vom Kli­ma der guten Wein­ber­ge geprägt, an Fines­se, Fein­glied­rig­keit und Mine­ra­li­tät kaum zu über­bie­ten ist. Sie fin­den neben dem Ries­ling aber auch Weiss­bur­gun­der, Grau­bur­gun­der, Spät­bur­gun­der, Sau­vi­gnon Blanc und bald noch ande­re Reb­sor­ten in unse­rem Port­fo­lio.

Der Lon­guicher Maxi­mi­ner Her­ren­berg ist die west­lichs­te unse­rer Lagen, sozu­sa­gen der Start­punkt. Die­ser Wein­berg wur­de Anfang des 19. Jahr­hun­derts wäh­rend der Säku­la­ri­sa­ti­on unter Napo­le­on im Dépar­te­ment Mosel­le erstei­gert und ist seit­dem im Besitz einer Lon­guicher Fami­lie, 1904 neu gepflanzt mit wur­zel­ech­ten Reben. Die­se Par­zel­le, die wir hier bewirt­schaf­ten dür­fen, ist eine der weni­gen wur­zel­ech­ten, nicht­ge­pfropf­ten Reb­an­la­gen Deutsch­lands, die die Reb­laus über­lebt haben. Jedes Jahr bringt die­ser Wein­berg hoch­aro­ma­ti­sche Trau­ben von alten, fili­gra­nen Stö­cken her­vor. Leich­ter, röt­li­cher Schie­fer­bo­den und eine Mul­de im Berg brin­gen eine ganz beson­de­re Aro­ma­tik her­vor.

Unser Mehrin­ger Zel­ler­berg wur­de 2011 von uns neu gepflanzt mit beson­ders sorg­fäl­tig aus­ge­such­ten, spe­zi­ell gezüch­te­ten Reben. Der Wein­berg ist von der Mosel nur durch die Stra­ße getrennt und zeigt direkt nach Süden. Ver­wit­ter­ter Devon­schie­fer mit einem höhe­ren Humus­an­teil prägt hier den Boden. Die Sied­lung Mehring ist römi­schen Ursprungs, eine Nach­bil­dung einer römi­schen Vil­la ist hier noch heu­te zu bewun­dern. Schon die Römer nutz­ten das spe­zi­el­le Kli­ma die­ser Mosel­schlei­fe um hier Wein anzu­bau­en.

Der Pöli­cher Held liegt auf der ande­ren Mosel­sei­te, ist durch die star­ken Kur­ven der Mosel aber eben­falls nach Süd­west aus­ge­rich­tet. »Held« kommt von »Hal­de«, in die­sem Berg ist frü­her Schie­fer abge­baut wor­den. Ent­spre­chend stei­nig und rut­schig ist hier der Boden – in den außer­or­dent­lich stei­len Wein­ber­gen des Pöli­cher Helds fin­det man sehr gro­ße Schie­fer­stei­ne, die als lose Schicht zwi­schen den Reben lie­gen – das Bewirt­schaf­ten unse­rer Wein­ber­ge ist hier sehr anspruchs­voll.

Die Klüs­se­ra­ther Bru­der­schaft ist unse­re Hei­mat – in die­sem gro­ßen Bogen, den die Mosel formt, lie­gen die Par­zel­len nach Süden aus­ge­rich­tet, grau­er Devon­schie­fer prägt das Bild der Böden. Aus den Trau­ben, die in den ver­schie­de­nen Par­zel­len wach­sen, ent­ste­hen sehr mine­ra­li­sche Wei­ne. Ein­zel­ne Par­zel­len brin­gen gro­ße Wei­ne wie unser »Herz­stück«, unse­re »Alten Reben« (von 1921 gepflanz­ten Reben) oder unse­ren tro­cke­nen »Pur« her­vor. Im Neben­ke­gel der Bru­der­schaft liegt der Königs­berg, auf dem unser »Wol­ken­tanz«, unser »Vier­pass« und unser Weiß­bur­gun­der wächst.

Die Köwe­ri­cher Lau­ren­ti­us­lay knüpft direkt an die Bru­der­schaft an, wen­det aber nach Wes­ten. Das Mikro­kli­ma hier ist völ­lig anders: im Spät­som­mer haben wir mor­gens lan­ge Schat­ten, abends lan­ge Son­ne – und im Gegen­satz zur Bru­der­schaft grenzt die Lau­ren­ti­us­lay direkt an die Mosel, nur von der Stra­ße unter­bro­chen. 80% Hang­nei­gung, öli­ger Devon­schie­fer, der locker auf dem Fel­sen liegt, mit beson­de­rer Flo­ra, bringt unse­re Lau­ren­ti­us­lay einen sehr wür­zi­gen, leich­te­ren und etwas ver­spiel­te­ren Ries­ling als die Bru­der­schaft.

Die Trit­ten­hei­mer Apo­the­ke gehört zu den gro­ßen Lagen der Mosel. Wir freu­en uns, dass wir die­sen Wein­berg, der mit über 100 Jah­re alten Reben bestückt ist, seit 2018 bewirt­schaf­ten dür­fen. Die Apo­the­ke wen­det nach Wes­ten und bringt Wei­ne mit unglaub­li­cher Span­nung her­vor –  hier wird rela­tiv spät gele­sen, die Trau­ben haben Zeit, zu rei­fen, das Säu­re-Süs­se-Spiel ist ein­drucks­voll. Sehr steil geht’s hier zu: die klei­nen Ter­ras­sen bie­ten dem flach­grün­di­gen Schie­fer­bo­den Halt und brin­gen cha­rak­ter­vol­le Ries­lin­ge her­vor – selbst der Reb­laus war es zu anstren­gend, die Stu­fen zu erklim­men. Da der Wein­berg kei­ne Zuwe­gung von oben hat, muss jede Ter­ras­se in die­sem Wein­berg von unten ein­zeln erklom­men wer­den.

Im berühm­ten Pie­spor­ter Gold­tröpf­chen haben wir eine wun­der­schö­ne, mit Ries­ling bestock­te Par­zel­le erwor­ben, die in einem moder­nen Draht­rah­men steckt. »Die sehr stei­le Lage for­dert uns bei der Bewirt­schaf­tung sehr«, sagt Bern­hard Kirs­ten. Durch die Mög­lich­keit sei­ner gro­ßen Was­ser­spei­cher­kraft über­steht der Aus­nah­me-Wein­berg tro­cke­ne und hei­ße Som­mer wun­der­bar. Die gro­ße, nach Süd­os­ten aus­ge­rich­te­te Wein­la­ge erstreckt sich links der Mosel begin­nend bis zur Mosello­re­ley und bil­det die Form eines Amphi­thea­ters.

Die Mosel-Lage Win­nin­ger Hamm ist ins­ge­samt etwa 13 Hekt­ar groß und grenzt direkt an den Uhlen. Auf fast 20 Kleinst­ter­ras­sen, auf denen zum Teil nur 5–10 Stö­cke Platz haben, zieht sich unser Wein­berg von unten bis hoch über die Mosel hin­auf – mit zahl­lo­sen Stu­fen, die in den Fels gehau­en sind. Die Aus­rich­tung des Wein­ber­ges ist gen Süd, Süd­west und die Ries­lingstö­cke wach­sen auf ton­hal­ti­gem Blau­schie­fer. Die­se ein­zig­ar­ti­ge Boden­for­ma­ti­on liegt sehr fein und sehr gesplit­tert, so dass der Unter­grund im Win­nin­ger Hamm beson­ders locker ist. Dort kön­nen die Reben tief wur­zeln und die klei­nen Bee­ren erhal­ten dadurch ihre inten­si­ve Aro­ma­tik. Die per­fek­te Grund­la­ge für ele­gan­te und mine­ra­li­sche Wei­ne.

Der Name Dom­gar­ten geht auf eine klei­ne Gewann­be­zeich­nung zurück, einen ehe­ma­li­gen Besitz des Köl­ner Dom­stifts. Die Lage umrahmt heu­te den Ort Win­nin­gen auf bei­den Sei­ten und bezieht das stei­le Ein­gangs­sei­ten­tal mit ein. Ober­halb von Win­nin­gen stößt der Dom­gar­ten an den Hamm, unter­halb an das Brück­stück. Wir fin­den hier eine gewis­se fruch­ti­ge Saf­tig­keit, weni­ger Mine­ra­li­tät als im Brück­stück oder im Hamm. Der Dom­gar­ten ist eine Quer­ter­ras­se und zeigt Löß- und Bims­ein­flüs­se. Je nach Lage sind aber die san­dig-sil­ti­gen Schie­fer und Quar­zi­te domi­nant. Wir freu­en uns auf die Win­ni­ger Ries­lin­ge, die wir seit 2019 hier ern­ten dür­fen.

Der Boden des Win­nin­ger Brück­stücks ist ske­lett­reich und wird durch die Gestei­ne Ton­schie­fer, Sand­stein und Bims geprägt. Die für den Bau der Koblen­zer Bal­duin­brü­cke im 14ten Jahr­hun­dert benö­tig­ten Stei­ne wur­den hier gebro­chen. Ein Umstand, der namens­ge­bend für die flä­chen­mä­ßig kleins­te Lage Win­nin­gens wur­de. Unse­re Reben wach­sen hier mit süd-/süd­öst­li­cher Aus­rich­tung in einer rich­ti­gen Mul­de, wie eigens für unse­re Stö­cke ent­wor­fen.

Der Name Rött­gen bezieht sich auf »roden«. Der Auf­wand, die­se Anla­gen zu erstel­len, war ver­mut­lich immens. Wir fin­den hier Löß, der für einen sich her­vor­ra­gend erwär­men­den Boden mit hohem Ske­lett-Anteil sorgt, den­noch aber genug Zug­kraft und Sub­stanz bie­tet. Der hohe Eisen- und Mine­ral­ge­halt der Fel­sen ist erkenn­bar an den rost­brau­nen und rost­gel­ben Far­ben in den Fel­sen. In klei­nen Ter­ras­sen zieht sich unser Wein­berg hier nach oben, unter­bro­chen durch schie­re Fels­wän­de, die sich auf­tür­men. Wir hof­fen, dass unser Rött­chen fei­ne und fili­gra­ne Wei­ne her­vor­bringt, 2020 wird unse­re ers­te Ern­te hier sein.